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Religion kritisch betrachtet

Religionswissenschaft

Verfasser: Alexander Leistner
17.04.2007

 

Gott / Götter aus religionswissenschaftlicher Sichtweise

Das Wort "Gott" lässt sich auf einen germanischen und skandinavischen Herkunftsstamm zurückverfolgen, doch die damalige Bedeutung lässt sich bis heute nicht klar herausarbeiten. Sicher ist, dass es sich um einen neutralen, also ungeschlechtlichen Begriff handelt.

Es stehen unter anderem folgende Interpretationsmöglichkeiten zur Auswahl:
"Jenes, das angerufen wird." bzw. "Jenes, dem geopfert wird."

Folglich handelt es sich schlicht um eine unspezifische nicht-materielle Macht. Problematisch ist es, dass der Begriff "Gott" viele Prägungen und Wandlungen durchgemacht hat und nur noch unzureichend gebraucht werden kann.

Einerseits umschreibt es eine "allumfassende Macht", also "etwas über das nichts höheres gedacht werden kann". Andererseits kann der Begriff in der Mehrzahl gebraucht werden und man spricht von "Göttern".

Wenn man sich darauf verständigt, dass "Gott" die "höchste Macht" darstellt und dieser Macht nichts gleichzusetzen ist, sollte es nicht möglich sein, diese Macht beliebig auf "Götter" zu verteilen.

Die Religionswissenschaft wollte das Problem lösen indem sie den Begriff "Gottheit" verwendet, wenn sie sich mit polytheistischen Religionen befasst.

Da das Wort "Gott" aufgrund der christlichen Prägung die wir erfahren haben fast schon automatisch mit einer Art Allmacht verstanden wird, führen "Gottheiten" nur zu noch mehr Verwirrung.

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Michel Angelo "Gott erschafft Adam"


(Im weiteren Text wird der Begriff Gott und Götter als neutraler Begriff einer oder mehrerer transzendenter Entitäten genutzt)

Beginnt man einen Streifzug durch die Religionen und deren Vergangenheit, lässt sich feststellen, dass es keinen allgemeingültigen "höchsten Gott" gibt, höchstens die Idee einer "höchsten Macht". Viele polytheistische Religionen, kennen keine "höchste Macht", da sie sich meist von ihrem Aufbau auf die, sie umgebende, Natur beziehen und auf diesen Erfahrungen heraus auf transzendierende, nicht-physische Mächte bilden und sich nicht direkt auf eine oder mehrere transzendierende Mächte fokussieren.

Die Ursprünge des Christentums beginnen ebenfalls zwischen einer Vielzahl von verschiedensten 'Göttern' in ihrer Umgebung. Die Bibelforschung geht inzwischen davon aus, dass es sich bei dem Ort, an dem sich ein Gott Mose als brennender Dornbusch offenbart hat, ein Bergheiligtum der Midianiter (Volk des Midian, 4. Sohn Abrahams) sei, die JHWH genannt wurde. JHWH wurde von den Midianiten, vom Stand der Forschung, als Vulkan- oder Wettergott verehrt.

Eine weitere Bezeichnung für diese Gottheit wäre "Elohim", ein semitischer Name dessen Grundform wohl "der Starke" oder "der Mächtige" bedeutet.

Man kann also davon ausgehen, dass "Elohim" bzw. "JHWH" ein konkreter Ort- bzw. spezifischer Naturgott war/ist.

Es ist also KEINE allmächtige Entität. Die Besonderheit besteht darin, dass JHWH mit dem Volk Israel einen Bund eingegangen ist, das beide an einander bindet. Das Volk erfüllt die Bedingungen (Gebote) und im Gegenzug gewährt die Entität dem Volk seine Hilfe und Unterstützung.

Diese ausgleichenden Handlungen finden sich auch in Bereichen des indianischen Schamanismus. Dafür, dass die Entitäten den Schamanen auf verschiedenste Weise unterstützen, setzen sie voraus, dass die Rituale genau ausgeführt werden und ihre Anweisungen genau befolgt werden.

Wenn wir unsere festgelegten Vorstellungen lockern und bewusst den Begriff "Gott" als eine "von einer jenseitigen Ebene in die diesseitige Ebene wirkende Wesenheit" betrachten und dann unseren Blick über die Glaubensvorstellungen der verschiedenen Völker schweifen lassen, finden wir uns auf einmal in einer Welt wieder, die voller transzendenter Wesenheiten ist, die je nach Charakter, ihre Hilfe mehr oder weniger leicht zugänglich machen.

 

Begriffsbestimmungen:

JHWH = Jüdischer Name für den alleinigen und heiligen Gott der Juden.
Abwandlungen sind Jehwáh, Jehwih, Jehowáh, Jehowih. Die Zeugen Jehovas nutzen bis heute den Namen Jehova, obwohl dieser mit Schrift und Aussprache keine Ähnlichkeit hat. 

polytheistisch = Vielgötterei, monotheistisch = Ein Gott/Göttin

Transzendent = Die Grenze vom Diesseits zum Jenseits überschreitend

Entität = philosophisch ein Seiendes, also Existent ohne wissenschaftliche Nachweise

 

Ergänzende Hinweise:

Dieser Text ist religionswissenschaftlicher Natur. Für unser Empfinden und unsere Wahrheit ist GOTTVATERMUTTER LICHT und BEDINGUNGSLOSE LIEBE. Unser Sprachgebrauch stellt uns zur Zeit kein anderes Wort als Gott/Göttin zur Verfügung. Sofern wir von GOTT schreiben oder sprechen, ist der GOTT gemeint, der LICHT und LIEBE ist.

 


 

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Stand: 08. April 2017